Ein kuenstliches Oberlicht ist ein elektrisches leuchtendes Deckensystem. Planen Sie es, indem Sie das vorgesehene visuelle Erlebnis definieren und dann Modulgeometrie, Umgebungsbeleuchtung, Deckenabstuetzung, Hohlraum, Stromversorgung, Steuerungen und Wartungszugang koordinieren. Genehmigen Sie einen produktionsnahen Musteraufbau aus den realen Blickpositionen, bevor Sie das Projekt freigeben.
Die visuelle Idee in eine Abnahmebeschreibung überführen

Beginnen Sie mit Raum und Beobachter. Dokumentieren Sie, wo Personen eintreten, sitzen, stehen und sich bewegen; die Abstaende und Winkel, aus denen die leuchtende Flaeche gesehen wird; und ob sie als Schwerpunkt, tiefenartiges Deckenelement oder weichere Umgebungslichtschicht wirken soll. Referenzbilder koennen Stimmung vermitteln, doch das Projekt benoetigt eine Beschreibung, die im installierten Raum pruefbar ist.
Beschreiben Sie die Helligkeitsbeziehung, statt nach einer Platte zu fragen, die einfach ?hell? aussieht. Geben Sie an, wie sich das kuenstliche Oberlicht in jeder Szene zu Decke, Waenden, Arbeitsbereichen und benachbarten Leuchten verhalten soll. Beruecksichtigen Sie Farberscheinung, Uebergaenge und die visuelle Prioritaet von Abschlusslinien und Fugen.
| Entscheidung | Projektbeitrag | Prüfung eines Mock-ups | Freigabeprotokoll |
|---|---|---|---|
| Visuelle Rolle | Fokalebene, Umgebungslichtschicht oder beides | Wesentliche Blickpunkte und Raumszenen | Akzeptierte Fotografien und Beobachtungen |
| Geometrie | Modul, Anordnung, Abdeckung, Fuge und Deckenbezugspunkt | Ausrichtung, Proportionen und sichtbare Fugen | Zeichnungen und Oberflächenmuster |
| Licht | Lichtleistung, Verteilung, Farbe und Dimmung | Leuchtdichtebalance, Blendung und Übergänge | Szeneneinstellungen und Messwerte |
| Integration | Abstuetzung, Hohlraum, Stromversorgung und Zugang | Installationsablauf und Wartungsweg | Koordinierungszeichnung |
| Steuerung | Zeitplan, lokale ?bersteuerung und Schnittstellen | Befehle, Wiederherstellung und ?bergabe | Inbetriebnahmeakte |
Die Artificial Skylight & Daylight solution bietet den Anwendungskontext. Für eine modulare Deckenanordnung kann die P Series artificial skylight zusammen mit dem Raumraster und der Array-Geometrie geprüft werden; bei Einbauprojekten kann die D Series artificial skylight mit der vorgesehenen Öffnung und der Ausführung der Einfassung.
Ziele für elektrische Beleuchtung, Tageslicht und integrative Beleuchtung voneinander trennen
ISO/CIE 8995-1:2025 behandelt Menge und Qualitaet der Beleuchtung an Innenarbeitsplaetzen und erlaubt Beleuchtungsloesungen mit Tageslicht, elektrischem Licht oder einer Kombination. Ein kuenstliches Oberlicht gehoert zum Teil mit elektrischem Licht dieser Planung. Hat ein Projekt Tageslichtziele, berechnen Sie diese anhand der tatsaechlichen Gebaeudeoeffnungen und der geltenden Tageslichtmethode.
Halten Sie visuelles Erscheinungsbild und biologische Ziele in getrennten Zeilen des Briefings. ISO/CIE TR 21783:2022 erklaert, dass ipRGC-beeinflusste Reaktionen von Spektrum, Intensitaet, Dauer und Zeitpunkt der Lichtexposition abhaengen. Ein Blaulichthimmel-Erscheinungsbild oder eine hohe korrelierte Farbtemperatur definiert allein kein vollstaendiges Expositionsmuster.
Bestimmen Sie fuer Arbeitsplatzprojekte die relevante Aufgabenbeleuchtungsstaerke, Blendung, Farbqualitaet und Anforderungen an visuellen Komfort fuer den tatsaechlichen Raum. Hat der Kunde zusaetzlich ein integratives Beleuchtungsziel, definieren Sie Expositionsplan, Messgrundlage und betroffene Population mit qualifiziertem Planungsinput. So bleibt die Funktion des kuenstlichen Oberlichts nuetzlich, ohne dass sein Erscheinungsbild Ansprueche tragen muss, die von gesamter Umgebung und taeglicher Exposition abhaengen.
Das Produkt als System prüfen, nicht als flaches Bild

Die sichtbare Flaeche ist nur ein Teil des Systems. Modul, Rahmen, Diffusor oder optische Schichten, Treiber, Kabel, Verbinder und Steuerungen benoetigen alle einen Platz in der Deckenplanung. Dokumentieren Sie, welche Komponenten mit dem Produkt geliefert werden und welche der Installateur oder Steuerungsunternehmer bereitstellt.
Bestaetigen Sie genaue Modulabmessungen, Tiefe, Gewicht, Eingang, Treiberstandort, Steuerungsmethode und Zugangsanforderungen aus der ausgewaehlten Produktdokumentation. Leiten Sie Projektabmessungen nicht aus einem Praesentationsbild ab. Ein externer Treiber kann einen duennen sichtbaren Rahmen ermoeglichen und zugleich den Koordinationsbedarf fuer Montage, Kabelreichweite, Belueftung und Wartungsfreiraum erhoehen.
Auch die Produktanordnung beeinflusst das visuelle Ergebnis. Ein einzelnes Modul, ein wiederholtes Raster und ein kundenspezifisches Array erzeugen unterschiedliche Fugenmuster und Proportionen. Entscheiden Sie, ob Abschlussleisten sichtbar sein, am Deckenraster ausgerichtet oder innerhalb einer durchgehenden Oeffnung verborgen werden sollen. Legen Sie diese Geometrie fest, bevor der Deckenbauer die Rahmenkonstruktion freigibt.
Decke, Tragwerk und technische Dienste koordinieren

Geben Sie reflektierte Deckenplaene und Schnitte aus, welche Modul oder Array, Oeffnung, Abschlussleiste, Auflagepunkte, Deckenbezugspunkt und umgebende Oberflaechen zeigen. Ergaenzen Sie Hohlraumtiefe, Tragwerkszonen, Luftkanaele, Rohre, Sprinkler, Kabeltrassen, Treiber, Steuergeraete und Revisionsklappen. Eine Draufsicht allein kann nicht bestaetigen, dass die Ausruestung ueber der sichtbaren Decke Platz hat.
Weisen Sie jede Schnittstelle zu. Der Beleuchtungslieferant sollte Produkthuelle und erforderliche Anschluesse definieren; Architekt oder Innenarchitekt sollte sichtbare Oeffnung und Oberflaeche steuern; Tragwerks- und Deckengewerke sollten die Abstuetzung bestaetigen; Elektro- und Steuerungsteams sollten Stromversorgung, Schutz, Steuerverdrahtung und Inbetriebnahme koordinieren; der Hauptauftragnehmer sollte Reihenfolge und Zugang koordinieren.
| Schnittstelle | Vor der Freigabe erforderliche Informationen | Verantwortlicher Nachweis |
|---|---|---|
| ?ffnung und Abdeckung | Fertigmaße, Toleranz und Fugendetail | Abgestimmter Deckenuntersichtsplan und Schnitt |
| Unterstützung | Produktgewicht, Abstützpunkte und Kapazität des Deckensystems | Freigegebenes Tragdetail |
| Stromversorgung und Treiber | Versorgung, Stromkreis, Position, Kabellänge und Belüftung | Elektrozeichnung und Produktspezifikation |
| Steuerung | Schnittstelle, Szenen, Sensorlogik, Override und Wiederherstellung | Steuerungsbeschreibung und Geräteplan |
| Wartung | Ausbaurichtung, Zugangsweg und Austauschfreiraum | Wartungsvorführung im Mock-up |
Wartungszugang ist eine Planungseingabe, kein nachtraeglicher Uebergabepunkt. Ein Treiber oder Verbinder hinter einer abgedichteten Oberflaeche kann ein austauschbares Bauteil in stoerende Deckenarbeiten verwandeln. Zeigen Sie, wie Modul, Blende und Wartungsteile ohne Beschaedigung benachbarter Oberflaechen erreichbar sind.
Die beleuchtete Ebene im vollständigen Raum bewerten

Beurteilen Sie das Element bei eingeschalteter Umgebungsbeleuchtung und fertiggestellten Oberflaechen. Eine helle Deckenplatte kann visuell auffallen und zugleich Gesichter, Waende oder Arbeitsbereiche unzureichend beleuchten. Sie kann auch das Blickfeld dominieren, wenn die umgebende Decke und vertikalen Oberflaechen deutlich dunkler sind. Bewerten Sie Leuchtdichtebalance und Blendung aus den tatsaechlichen Sitz- und Stehpositionen.
Beruecksichtigen Sie Aufgabenbeleuchtung, vertikale Beleuchtung, Akzente, Verkehrswege und Notbeleuchtung im Raumplan. Pruefen Sie Reflexionen auf Bildschirmen, Glas und polierten Oberflaechen. Grosse leuchtende Flaechen koennen aus schraegen Winkeln anders wirken; betrachten Sie die Anordnung daher von Eingaengen und Seitenansichten, nicht nur direkt von unten.
CIE 222:2017 stellt ein auf Benutzeranforderungen basierendes Entscheidungsschema für Beleuchtungssteuerungen in Nichtwohngebäuden vor. Übertragen Sie dieses Prinzip in die Steuerungsbeschreibung des Projekts: Identifizieren Sie Zeitpläne, Reaktionen auf Belegung oder Tageslicht, Szenenübergänge, lokale Übersteuerung, Verantwortlichkeit für die Integration und den Zustand nach Wiederkehr der Stromversorgung. Der Leitfaden zur Kompatibilität von LED-Treibern, Dimmung und Steuerung bietet eine repräsentative Methode zur Schaltkreisprüfung für die ausgewählte Hardware.
Ein repräsentatives Mock-up bauen und freigeben

Verwenden Sie ein produktionsnahes Modul, eine Blende, einen Treiber und eine Steuerungsschnittstelle. Bilden Sie vorgeschlagenen Hohlraum, Deckenoberflaeche, Fuge, Betrachtungsabstand und umgebende Oberflaechen nach. Betreiben Sie die andere Raumbeleuchtung, damit der Pruefer die vorgesehene Leuchtdichtebalance statt eines isolierten Panels in einem dunklen Testbereich sieht.
Pruefen Sie das Mock-up aus den dokumentierten Blickpunkten und Szenen. Beobachten Sie Fugen, Hotspots, Farbkonsistenz, Reflexionen, Blendung, Dimmen auf niedrigem Niveau und Uebergaenge. Messen Sie die vereinbarten Kriterien an festgelegten Positionen. Oeffnen Sie anschliessend den Wartungsweg, entfernen oder erreichen Sie die betreffenden Komponenten und stellen Sie den Betrieb wieder her.
Dokumentieren Sie die akzeptierte Produktidentität, gegebenenfalls Hardware und Firmware, Array-Geometrie, Einfassung und Oberflächenausführung, Szeneneinstellungen, Beobachtungen, Messungen und das Genehmigungsdatum. Der Checkliste zur Bewertung von LED-Beleuchtungsmustern kann Musteridentität und Nachweise steuern, bevor das Projekt-Mock-up freigegeben wird.
Installation, Inbetriebnahme und ?bergabe kontrollieren
Planen Sie Handhabungsweg und Installationsreihenfolge fuer jedes Modul. Bestaetigen Sie, wann Abstuetzung, Stromversorgung, Steuerungen und Deckenoberflaechen verfuegbar sind; welches Gewerk jede Verbindung herstellt; und wie Schutzfolien oder optische Oberflaechen sauber bleiben. Qualifiziertes Personal sollte die Elektroinstallation nach den geltenden Projektregeln abschliessen.
Nehmen Sie jede im Briefing dargestellte Szene und jeden Steuerungspfad in Betrieb. Testen Sie lokale Befehle, Zeitplaene, Sensoren, Integrationen, niedrige und volle Lichtleistung, Stromunterbrechung und Wiederherstellung. Speichern Sie Endsettings und Geraeteplan und bestimmen Sie, wer sie nach der Uebergabe aendern kann.
Das Übergabepaket sollte Produktdokumente, Bestandsorte, Identitäten von Treibern und Steuerungen, Zugangsanweisungen, Inbetriebnahmedateien, genehmigte Szenenwerte und Entscheidungen zu Ersatzteilen enthalten. Übermitteln Sie Deckenplan, Schnitte, Blickpunkte, erforderliche Szenen und Mock-up-Kriterien über die New Lights project enquiry form zur Projektprüfung.
Checkliste fuer die Projektfreigabe
- Die Funktion ist als elektrisches leuchtendes Deckensystem definiert.
- Raum, Nutzer, Blickrichtungen, visuelle Funktion und Abnahmekriterien werden dokumentiert.
- Modul, Anordnung, Einfassung, Fugen und Deckenbezugsebene werden koordiniert.
- Abstuetzung, Hohlraum, Stromversorgung, Steuerungen, benachbarte Dienste und Zugang sind zugewiesen.
- Aufgaben-, vertikale, Verkehrs-, Akzent- und Notbeleuchtung sind enthalten.
- Ziele für Tageslicht und integrative Beleuchtung verwenden jeweils eigene Kennzahlen und Nachweise.
- Ein produktionsnahes Mock-up wird unter repräsentativen Raumbedingungen geprüft.
- Hardware, Oberflächenausführung, Szene und Inbetriebnahmeunterlagen werden gemeinsam festgeschrieben.
Häufig gestellte Fragen
Gilt ein künstliches Oberlicht als Tageslicht?
Nein. Es handelt sich um elektrische Beleuchtung. Für Tageslichtberechnungen sollten die tatsächlichen Gebäudeöffnungen und die anwendbare Tageslichtmethode verwendet werden.
Kann ein Panel mit künstlichem Oberlicht die gesamte sonstige Raumbeleuchtung ersetzen?
Nehmen Sie das nicht an. Der Raum benoetigt weiterhin geeignete Aufgaben-, vertikale, Verkehrs-, Akzent- und Notbeleuchtung; Blendung und Leuchtdichtebalance sind aus realen Blickpunkten zu pruefen.
Was muss das Mock-up abbilden?
Verwenden Sie produktionsnahes Modul, Blende, Treiber und Steuerungen mit reprasentativer Deckentiefe, Oberflaeche, Fuge, Betrachtungsabstand, Raumoberflaechen und umgebenden Beleuchtungsszenen.
Was muss nach der Installation zugänglich sein?
Stellen Sie einen praktischen Zugang zu Treiber, Verbindern, Steuerungskomponenten und entfernbaren Modul- oder Blendenteilen bereit, die im Produkt- und Projektwartungsplan benannt sind.
Redaktionelle Quellen
- CIE, "Licht und Beleuchtung - Beleuchtung von Arbeitsstaetten - Teil 1: Innenraeume", ISO/CIE 8995-1:2025(en): https://cie.co.at/publications/light-and-lighting-lighting-work-places-part-1-indoor-0
- CIE, "Licht und Beleuchtung - Integrative Beleuchtung - Nichtvisuelle Wirkungen", ISO/CIE TR 21783:2022(E): https://www.cie.co.at/publications/light-and-lighting-integrative-lighting-non-visual-effects
- CIE, "Entscheidungsschema fuer Beleuchtungssteuerungen in Nichtwohngebaeuden", CIE 222:2017: https://www.cie.co.at/publications/decision-scheme-lighting-controls-non-residential-buildings













